HAP Grieshaber Ausstellung

Der För­der­ver­ein Enin­ger Kunst­we­ge e.V. hat aus Be­stän­den der Ge­mein­de Enin­gen eine stän­di­ge Aus­stel­lung rund um den Künst­ler HAP Gries­ha­ber ein­ge­rich­tet. Aus­stel­lungs­ort ist die nach dem Künst­ler be­nann­te HAP-Gries­ha­ber-Hal­le (Bet­zen­ried­weg 24).

Neben Holz­schnit­ten aus ver­schie­de­nen Epo­chen sind auch Leih­ga­ben der Fa­mi­lie Gries­ha­ber wie Ur­kun­den und per­sön­li­che Ge­gen­stän­de zu sehen. Au­ßer­dem sind be­son­de­re Vasen sowie Ge­schirr­ser­vice zu be­wun­dern, deren Ge­stal­tung von Gries­ha­ber kon­zi­piert wurde. Auf der Em­po­re fin­den Besucher/-innen den Büh­nen­zwi­schen­vor­hang aus dem Bal­lett „Feu­er­vo­gel“, eine Leih­ga­be des Na­tio­nal­thea­ters Mann­heim.

 

„Der Wandfries von HAP Grieshaber und Riccarda Gregor-Grieshaber“

 

Als es 1958 darum ging, die neue Festhalle in Eningen unter Achalm mit KUNST AM BAU zu schmücken, schlugen die beiden Künstler im Rahmen von „Kunst am Bau“ einen Fries vor. Er sollte 42 Meter lang sein und aus 42 Bildern bestehen, die in einem besonderen Verfahren hergestellt wurden.

Die Entwürfe wurden auf 42 starken quadratischen Papierbogen je 1 x 1 m seitenverkehrt mit Kreide gezeichnet. HAP Grieshaber konzentrierte sich auf Figuren, Riccarda auf florale Darstellungen.

Kleinkörniger Split des weißen und braunen Jura, Keuper, Schwarz- und Blaukalk, roter und grüner Sandstein wurden ausgesucht und im LKW am Grieshaber Grundstück angeliefert.

Zunächst wurden die mit bunter Kreide gezeichneten Papierbogen mit dem entsprechenden farbigen Split von den Künstlern bestreut und dann die mit Spezialzement von Dyckerhoff Weiss vorbereiteten 4 Leichtbauplatten je Motiv von den Gipsergesellen Kurt Walz und Adolf Hummel stark aufgedrückt, damit der Split in den Zement eindringen konnte und haften blieb.

Kurt Walz, einer der beiden Gipsergesellen, erzählt: “Ich habe immer mit einem Backstein hinten draufgehauen. Die Menge an Zement musste genau stimmen – war es zu viel, sind die Steinchen abgesoffen, war es zu wenig, dann fielen sie wieder ab“.

Wenn der Zement dann fest war, wurden die Bildvorlagen vorsichtig abgehoben. Über 20 Uhu Tuben wurden gebraucht, um die kleinen Steine nachträglich wieder anzukleben.

Nach und nach wurden die 42 Bilder bzw. 168 mosaikartigen Tafeln für den Fries von der Terrasse des Grieshaber Grundstücks an der Achalm zur Festhalle „wie rohe Eier“ auf einem Wagen hinabtransportiert.

Vor dem Anbringen an der Wand der Halle hat das Ehepaar Grieshaber die Reihenfolge der Bilder bestimmt. Die Themen „Albflora“ und figürliche Themen wurden im Wechsel angebracht.

Insgesamt verging ein halbes Jahr von der Herstellung bis zur fertigen Montage in der Halle. Die Künstler erhielten ein Honorar von 7.000 DM. Der Stundenlohn der beiden Gipsergesellen betrug 1,60 DM.

Einige Entwürfe der Kreidezeichnungen sind erhalten und auf der Empore der Halle ausgestellt.

Die Künstler entschieden, dass sie sich bei der Motivfolge abwechseln wollten. Diese ist bis auf die drei bühnennächsten Tafeln an der Längswand eingehalten. Riccarda gestaltete die Pflanzenmotive. Die vierte Tafel ist figürlich von HAP. Dann folgen die Tulpen der Künstlerin auf der das nächtliche Flötenspiel des Künstlers zu sehen ist. Ab hier wird der Wechsel über beide Wandabschnitte beibehalten.

Interessant ist auch der Eingangsbereich der Halle, wo das Thema „Flammenmeer und Sternenhimmel“ dargestellt ist. Es symbolisiert die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, so HAP Grieshaber.

Die Broschüre des Heimat- und Geschichtsvereins über den Fries kann in er Buchhandlung Litera in Eningen oder während der Öffnung der aktuellen Ausstellung auf der Empore der HAP-Halle erworben werden.

Stand 15.12.2025

Der För­der­ver­ein Enin­ger Kunst­we­ge und die Ge­mein­de­ver­wal­tung wün­schen un­ter­halt­sa­me Mo­men­te und Freu­de.

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