Eninger Weide

Genießen Sie die abwechslungsreiche Landschaft der Albhochfläche und wandern Sie durch Wald, Wiesen und Alleen. Rast machen können Sie am Wanderheim Eninger Weide. Ein Wildgehege lädt vor allem die Kleinen zum beobachten und ein großer Spielplatz zum spielen ein.

Informationen zur Wildsträuchersammlung und zum Feldflorareservat Eninger Weide finden Sie hier.

Plenum/Regionen Aktiv

Natur- und Umweltschutz gehen moderne Wege - gehen Sie mit!

Landkreis Reutlingen Heimat für Mensch und Natur
Seit dem 1. April 2001 ist der Landkreis Reutlingen in das landesweite Naturschutz-Förderprogramm PLENUM (Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt) aufgenommen. Durch eine intensive Vorarbeit und die Mitarbeit zahlreicher Akteure ist es innerhalb von 2 Jahren bereits gelungen über 80 Projekte zu starten.

Durch das Bundesförderprogramm REGIONEN AKTIV wurden seit April 2002 weitere 38 Projekte mit dem Ziel einer Unterstützung der naturverträglichen Landwirtschaft und des Verbraucherschutzes auf den Weg gebracht.

Mit PLENUM / REGIONEN AKTIV werden Projekte unterstützt, die sich durch eine naturnahe Nutzung und Bewirtschaftung besonders positiv und nachhaltig auf unsere Natur und Umwelt auswirken. Die Palette der geförderten Projekte reicht weit und stellt eine bunte Mischung aus den Bereichen Naturschutz, sanfter Tourismus, Land- und Forstwirtschaft und Umweltbildung dar.

PLENUM / REGIONEN AKTIV im Landkreis Reutlingen
Geschäftsstelle
Karlstrasse 27
72764 Reutlingen
Telefon 07121 480-9331

Tiere der Eninger Weide

Am Parkplatz liegen zwei Wildgehege. Hier können Sie das ganze Jahr Rothirsche und Wildschweine aus unmittelbarer Nähe beobachten. Die beste Beobachtungszeit ist bei beiden Arten früh morgens und spät abends. Dann sind die Tiere am aktivsten. Ein besonderes Highlight stellt beim Rothirsch die Brunft (Paarung) dar. Sie findet im September und Oktober statt. Hirsche sind in dieser Phase sehr aktiv und kämpfen um die weiblichen Tiere. Ihr weit hörbares Röhren ist dabei sehr beeindruckend.

Erlebnis-Tipp 1

Verfolgen Sie doch mal wie sich Verhalten und Aussehen im Jahreswechsel verändern. Bei den Wildschweinen ist das Frühjahr besonders interessant. Die Bachen werfen die Frischlinge bereits im März oder April, so dass die winzigen gestreiften Schweinchen spätestens im Mai zu sehen sind. Wussten Sie übrigens, dass Wildschweine nicht nur ausgesprochen intelligent sind, sondern auch körperlich extrem fit. Beispielsweise würde jedes durchschnittliche Wildschwein die besten 100 m-Sprinter von uns Menschen locker abhängen. Statt 10 Sekunden braucht es für diese Strecke weniger als 8 Sekunden. Neben den Tieren in den Gehegen gibt es aber auch eine Vielzahl von wild lebenden Arten in unmittelbarer Umgebung der Gehege. Mit etwas Glück können Sie hier Reh, Hase, Fuchs, sowie vielen verschiedenen Vogel- und Insektenarten begegnen. Also Augen und Ohren offen halten.

Erlebnis-Tipp 2

Auf dem Weg zum Hannersteigfelsen haben wir für Sie auch zwei Silhouetten von Tieren, die in den Buchenwäldern des Albtraufs wohnen, versteckt. Finden Sie sie? Eines der beiden zimmert Höhlen, die bis zu 20 Jahren von ihm oder anderen Arten genutzt werden. Das andere kann seine Beute im Flug auch bei völliger Dunkelheit problemlos erkennen.

Erlebnis-Tipp 3

Nehmen Sie sich doch mal die Zeit den Turmfalken über der Eninger Weide bei ihrer Jagd zuzusehen. Vom Aussichtspunkt am Hannersteigfelsen können Sie vielleicht sogar Wanderfalken bei ihrer Jagd beobachten. Sie sind die schnellsten Vögel der Welt und erreichen im Sturzflug Geschwindigkeiten bis zu 360 km/h. Das sind 100 m in der Sekunde!

Pflanzen der Eninger Weide

Neben der Vielzahl wild wachsender Pflanzen, die Sie entlang des gesamten Wanderweges finden, können Sie auch in der Wildsträuchersammlung und dem Feldflorareservat interessante Pflanzen sehen. Die 1 ha große Fläche präsentiert alle auf der Schwäbischen Alb heimischen Sträucher, Wildrosen und Wildobstarten. Außerdem werden auch Ackerparzellen in der über Jahrhunderte für die Schwäbische Alb traditionellen Form der Dreifelderwirtschaft bearbeitet.

Erlebnis-Tipp1

Suchen Sie doch mal die Zimtrose (Rosa majalis), die Weinrose (Rosa rubiginosa) und die Samtrose (Rosa sherardii). Passen die Namen zu den Rosen? Welche von ihnen duftet im Frühsommer deutlich nach frischen Äpfeln, welche hat die längsten Stacheln und welche die größten Hagebutten?  Eine weitere Besonderheit der Eninger Weide stellen verschiedene Hutebuchen und Alleen aus Linde, Esche und Ahorn dar. Die Hutebuchen wurden früher als Unterstand für das Vieh auf den Weiden gepflanzt. Sie sind bis heute markante Denkmale der alten Kulturlandschaft der Albhochfläche. Darüber hinaus besitzen sie eine große Bedeutung als Lebensraum für Insekten und Vögel. Gleiches gilt auch für die Lindenalleen im Bereich der Eninger Weide. In ihnen lebt beispielsweise auch der äußerst seltene Lindenprachtkäfer.

Eine der beeindruckendsten Hutebuchen liegt südlich des Rotwildgeheges. Die schönsten Alleen finden sich in der Umgebung des Schafhauses und des Oberen Lindenhofes.

Erlebnis-Tipp2

Beobachten Sie auf Ihrer Wanderung das Leben auf und um die Hutebuchen und die Bäume der Alleen. Finden Sie Insekten, die den Stamm bewohnen und andere, die im Kronenbereich unterwegs sind?

 

Wald- und Forstwirtschaft

Buchenwälder

Vor dem Eingriff des Menschen bedeckten Urwälder aus Buche, Esche und Bergahorn die Albhochfläche. Sie wurden für die landwirtschaftliche Nutzung bereits vor mehr als 1.000 Jahren gerodet und durch Acker- und Weideflächen ersetzt. Einige der Flächen wurden auch wieder aufgeforstet, wobei jedoch häufig Fichten gepflanzt wurden. Einen Eindruck von den ursprünglichen Buchenwäldern bekommt man im Randbereich der Eninger Weide am Albtrauf entlang des schmalen Fußpfades zum Hannersteigfelsen.

Wald im Wandel

In den zurückliegenden Jahrzehnten wurde immer deutlicher, dass sich mit der Fichte auf den Kalkböden der Alb vielfach nur labile Wälder (Rotfäule, Sturm, Borkenkäfer) aufbauen lassen. Nicht umsonst fehlte sie in den Urwäldern der Alb völlig. Heute ist forstwirtschaftliches Ziel wieder naturnahe Laubwälder zu entwickeln, in denen die Fichte nur noch in geringen Anteilen enthalten ist. Buchen müssen dazu gepflanzt werden, die übrigen Baumarten (auch die Fichte) verjüngen sich natürlich aus den Samen der noch vorhandenen Altbäume in ausreichendem Maße.

Orkan Lothar

Stürme gehören zum natürlichen Wettergeschehen in Mitteleuropa. Allerdings verstärken sie sich in den letzten Jahren deutlich. Der Orkan »Lothar« erreichte am 26.12.1999 Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h. Er hinterließ auch hier auf der Eninger Weide südwestlich des Schafhauses deutliche Spuren. Allein auf dem Schafhausberg wurden ca. 1600 Bäume, meist 80–90-jährige Fichten geworfen. Der wirtschaftlichen Katastrophe stehen auch ökologische Vorteile gegenüber, da die neue Waldgeneration wesentlich natur­näher und auch gegenüber solchen Naturereignissen stabiler sein wird.

Kontaktadresse
Forstamt Reutlingen
Revierleiter Herr Hanner
Telefon 07121 88-132

Erlebnis-Tipp

Helfen Sie der Buche doch etwas bei ihrer Wiederausbreitung. Wenn Sie im Buchenwald am Albtrauf einen Buchensamen finden nehmen Sie ihn einfach mit und pflanzen ihn unter eine Fichte. Bei Ihrem nächsten Besuch können Sie dann beobachten wie er sich entwickelt.

 

Bracheversuche

Was wäre wenn es keine Landwirtschaft mehr gäbe?

Auf den Versuchsflächen zur Offenhaltung der Kulturlandschaft am Buchrain können Sie etwas sehr Aussergewöhnliches sehen. Seit 1972 wird hier experimentell untersucht was langfristig geschieht wenn Grünland nicht mehr bewirtschaftet, d. h. gepflegt wird und welche Möglichkeiten bestehen, um mit geringem Aufwand die Offenhaltung der Landschaft sicherzustellen. Betreut wird die Anlage vom Amt für Landwirtschaft Münsingen unter Beteiligung der Universitäten Hohenheim und Münster sowie dem Regierungspräsidium Tübingen.

Zu Beginn der Versuchsreihe 1972 wuchsen hier auf der Mittleren Kuppenalb in 760 m ü. NN, bei Jahresniederschlägen um 1000 mm auf der flachgründigen Braunerde-Renzina Weidehalbtrockenrasen (Enzian-Trespen-Gesellschaft). In mehreren Versuchsparzellen werden seither folgende Pflegevarianten untersucht:

  • Mulchen
  • Kontrolliertes Brennen
  • Beweidung durch Schafe
  • Natürliche Sukzession

Erlebnis-Tipp

Schauen Sie sich die Versuchsflächen einmal genau an. Wenn Sie die Tafeln umklappen erfahren Sie was hier gemacht wurde. Hätten Sie die verschiedenen Pflegevarianten erkannt? Als bisheriges Ergebnis der Versuche lässt sich sagen, dass die Entwicklung aufgrund der nährstoffarmen Böden und der kühlfeuchten Witterung nur sehr langsam verläuft. Ohne menschliche Pflege (natürliche Sukzession) wandern Eschen ein und die Artenzahl geht deutlich zurück. Unter den Pflegevarianten zeigt sich, dass neben der Beweidung auch durch Mulchen das artenreiche Grünland weitgehend erhalten werden kann.

 

Oberer Lindenhof

Der Obere Lindenhof ist eine Forschungs- und Lehreinrichtung der Universität Hohenheim. Im »Versuchsbereich Pflanzenzüchtung« werden die Grundlagen für die züchterische Entwicklung von verschiedenen Getreidesorten, Öl- und Eiweisspflanzen sowie Futtergräsern erforscht. Zu erkennen sind diese Feldversuche an dem schach brettartigen Muster der Versuchsflächen.

Im »Versuchsbereich Tierhaltung / Tierzüchtung« findet man neben verschiedenen Schafrassen ein Züchtungsprojekt für eine Mehrnutzungsziegenrasse zur Erzeugung von Cashgora (sehr feine hochwertige Unterwolle), Milch und Fleisch. Ziel ist es, neue Produktionsverfahren an klimatisch und geographisch ungünstigen Standorten zu eröffnen und eine Strategie zur Verbesserung der Versorgungssituation der Menschen in Entwicklungsländern zu finden.

Kontaktadresse
Oberer Lindenhof
Herr Bimek
72813 St. Johann
Telefon 07121 988586-10

Betriebsbesichtigung nach Voranmeldung möglich.

Schafhaus

Das Schafhaus ist Teil des Haupt- und Landgestüts Marbach. Hier wird eine grössere Herde von Merinolandschafen gehalten. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es durch Veredelung von Landschafrassen gezüchtet. Es ist die typische Rasse der Wanderschafhaltung. Eigenschaften sind Widerstands-, Marsch- und Pferchfähigkeit sowie asaisonales Brunftverhalten. Das bedeutet, dass die Mutterschafe nicht nur zu einer bestimmten Jahreszeit (Herbst) trächtig werden und somit das ganze Jahr über Lämmer zur Welt bringen können. Das Merinolandschaf ist in erster Linie im süddeutschen Raum verbreitet und die bedeutendste Schafrasse Deutschlands. Es ist für alle Haltungssysteme (Hüte- und Koppelhaltung sowie ganzjährige Stallhaltung) geeignet.

Wussten Sie übrigens, dass ein Lamm in den ersten Wochen pro Tag bis zu 300 g zunimmt. Von 4 kg Geburtsgewicht ausgehend erreicht es bereits nach 6 Wochen 16 kg. Man kann den Lämmern beim Wachsen fast schon zusehen.

Kontaktadresse
Haupt- und Landgestüt Marbach
72532 Gomadingen
Telefon 07385 9695-0
www.gestuet-marbach.de

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