Übertragung der Trägerschaft am Kath. Kinderhaus St. Raphael auf die Gemeinde Eningen unter Achalm

Über Jahrzehnte hinweg galt die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Eningen unter Achalm und der Katholischen Kirchengemeinde als verlässlich und partnerschaftlich – insbesondere im Bereich der Kinderbetreuung. Ein sichtbares Zeichen dieser guten Kooperation war erst im vergangenen Jahr der Einzug des katholischen Kindergartens Kinderhaus St. Raphael in ein von der Gemeinde neu errichtetes, modernes Gebäude. Der Betriebsstart zum Kindergartenjahr im September 2025 sollte eigentlich ein Meilenstein werden.
Der Katholische Kirchengemeinderat hat nun Mitte Januar beschlossen, die Trägerschaft des Kinderhauses St. Raphael zum nächstmöglichen Zeitpunkt an die bürgerliche Gemeinde zu übertragen. Damit wird es künftig sechs kommunale Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde geben.
In einer ersten Sitzung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Katholischen Kirche, der Gemeindeverwaltung sowie den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats, wurde der Prozess der Übertragung bereits offiziell gestartet. Für alle Beteiligten ist dabei ein hohes Maß an Transparenz von zentraler Bedeutung, um eine reibungslose Übergabe sicherzustellen und die Kontinuität für Kinder, Eltern und Mitarbeitende zu gewährleisten. Der Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am 5. Februar mit dem Thema befassen und den erforderlichen Grundsatzbeschluss fassen. Im Anschluss daran übernimmt die bürgerliche Gemeinde die Betriebsführung der Einrichtung. Unabhängig vom formalen Beschluss ist die Gemeinde bereits ab sofort – vertreten durch das Hauptamt und die zuständige Fachabteilung – federführend in das Tagesgeschäft eingebunden. Der finale Betriebsübergang ist zum 1. September 2026, mit Beginn des
neuen Kindergartenjahres, vorgesehen.

Die mit dem Betriebsübergang verbundenen Aufgaben werden derzeit gemeinsam bearbeitet. Parallel dazu erfolgt die schrittweise Integration des Kinderhauses St. Raphael in die bestehenden Strukturen der Gemeinde Eningen. Dieser Prozess erfordert Sorgfalt und Zeit, um nachhaltig und verantwortungsvoll umgesetzt zu werden.
Aus Sicht der Beteiligten haben mehrere Faktoren zu der letztendlich für die Kirchengemeinde nicht mehr handelbaren Situation im Kinderhaus St. Raphael beigetragen. Parallel dazu befindet sich die katholische Kirche selbst in einem tiefgreifenden Reformprozess. Im Zuge der Kirchenreform der Diözese Rottenburg-Stuttgart bis 2030 werden Verwaltungsstrukturen grundlegend neu geordnet. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um kirchliches Handeln auch künftig verantwortungsvoll sicherzustellen“, erklärt Philipp Koch vom Katholischen Verwaltungszentrum Böblingen. „Die Reform ist schmerzhaft, aber unumgänglich.“ Zum Jahresende wurde in diesem Zusammenhang das Verwaltungszentrum Reutlingen aufgelöst, die Zuständigkeiten gehen an die Verwaltungszentren Böblingen, Ehingen und Riedlingen über.  
  
Alle Beteiligten sind davon überzeugt, dass die Entscheidung zur Übertragung der Trägerschaft auf die Gemeinde richtig ist – auch vor dem Hintergrund der strukturellen Veränderungen innerhalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Gemeinsames Ziel ist es, eine gute, verlässliche und fördernde Betreuung für die Kinder sicherzustellen und das Vertrauen der Eltern in die Einrichtung nachhaltig zu stärken. Bürgermeister Eric Sindek zeigt sich trotz der Herausforderungen zuversichtlich: „Das Wohl der Kinder im Kinderhaus St.
Raphael hat für uns oberste Priorität. Wir werden alles daransetzen, einen reibungslosen Übergang sicherzustellen und den Familien schnell wieder Verlässlichkeit zu geben. Ich bin überzeugt, dass wir diesen Schritt gemeinsam gut meistern.“
  
Auch der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Martin Brauße, unterstreicht den Schulterschluss aller Beteiligten und sagte zu, dass die Kirchengemeinde über den Zeitpunkt des Trägerwechsels hinaus den finanziellen Verpflichtungen für das gesamte Kalenderjahr vollumfänglich nachkommen wird. Zugleich richtet die Katholische Kirche entschuldigende Worte an Eltern und Kinder. „Die Unannehmlichkeiten und Einschränkungen der vergangenen Zeit werden ausdrücklich bedauert und die Abgabe der Trägerschaft nach vielen Jahren erfolgreicher Arbeit schmerzt, aber die Einrichtung ist langfristig bei der Gemeinde besser verortet. “

Die Kontinuität für Kinder und Mitarbeitende hat jetzt höchste Priorität. Nun gilt es, den begonnenen Prozess gemeinsam konstruktiv zu gestalten und Vertrauen neu aufzubauen.

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